Historische Mülldeponie in Augsburg - Was wurde dort gefunden?

Historische Mülldeponie in Augsburg - Was wurde dort gefunden?Archäologische Funde in der Prinzstraße als Quelle für die Erforschung der Sachkultur

Archäologische Ausgrabungen der zurückliegenden beiden Jahrzehnte brachten in Augsburg umfangreiches Fundmaterial aus dem Spätmittelalter und der Frühen Neuzeit zutage. Massenfunde aus der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts beim Kloster St. Ulrich und Afra oder eine historische „Mülldeponie“ auf dem AKS-Gelände ermöglichen Einblicke in die Ausstattung der Haushalte in früheren Zeiten und in die Arbeitsweise verschiedener Handwerkszweige.

Mülldeponie in Augsburg

Grabungsareal an der Prinzstraße (2010) © Stadtarchäologie Augsburg

Medaillennegativ

Ein besonderer Fund von der Mülldeponie an der heutigen Prinzstraße war das Negativ einer Medaille mit Kaiser Karl V. aus dem Jahr 1521. Als Schöpfer des Originals gilt der Medailleur Hans Schwarz (1492/93–1521/27 oder später), der bereits 1518 während des Augsburger Reichstag eine Reihe hochrangiger Teilnehmer porträtiert hatte. Für eine Verwendung als Form für den Guss von heißem Metall fehlen zwar eindeutige Spuren, eine Herstellung von Positiven aus anderem Material, zum Beispiel Papiermaché oder Ton ist aber denkbar.

Mülldeponie in Augsburg

Medaille Kaiser Karl V © Stadtarchäologie Augsburg

Tonfigürchen

Eine in großen Auflagen von bis heute anonym gebliebenen Handwerkern hergestellte Massenware im Spätmittelalter und der Renaissance waren kleine Figürchen aus Ton, von denen bei Ausgrabungen in Augsburg schon weit mehr als 2000 Exemplare als Tageslicht kamen. Neben den äußerst beliebten Jesusknäblein und verschiedenen Heiligen fanden die Zeitgenossen und -genossinnen des frühen 16. Jahrhunderts an vornehm gekleidete Frauen den größten Gefallen.

Mülldeponie in Augsburg

Tonfigürchen © Stadtarchäologie Augsburg

Hauptbild: Fundstücke (Fragmente von Sgraffitokeramik und Fayencegeschirr, 16. Jh.) - Bildnachweis: Stadtarchäologie Augsburg

Dieser Kurzbeitrag ist auf redaktioneller Ebene entstanden.

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