Nachhaltig leben in Augsburg Ein Selbstversuch

Upcycling, Recycling, Sustainability. Was nach hippen Trends und Must Dos klingt, bedeutet eigentlich viel mehr, als auf der neuesten Mode- bzw. Mottowelle zu schwimmen.

Nachhaltigkeit für dich und mich

Zugegeben, das Wort „Nachhaltigkeit“ hat an Charme verloren. Zu stark verbreitet wirkt das Phänomen, dass sich nahezu jedes Label auf die Fahnen schreibt, egal ob aus echter Überzeugung oder puren Marketingzwecken. Bewussteres Leben verkauft sich gut, Kunden gefällt der Gedanke, mit ihren Käufen etwas Gutes zu tun oder gar ein kleines bisschen die Welt zu retten. Dabei sind es oft die kleinen Dinge, die im Kopf „klick“ machen müssen, damit sich auf unserer Erde wirklich etwas tut. Dazu brauchst du weder das Hybrid-Fahrzeug, noch den Strohhalm aus Glas statt aus Plastik. Was wir alle wirklich für mehr Nachhaltigkeit tun können…..

Ein ganz normaler Morgen

Morgens 6.30 Uhr. Ich brauche Kaffee. Auf dem Weg ins Büro liegen mindestens drei Bäcker, die Coffee-to-go verkaufen. Also schnell rein in die Jacke und auf zu meinem Morgenelixier. Oder? Halt. Denn bereits hier beginnt der bewusste Umgang mit Ressourcen. Also den Wecker einfach 2 Minuten früher gestellt und genug Zeit für den eigens aufgebrühten Kaffee haben, der im wiederverwendbaren Thermobecher auch unterwegs gut schmeckt. 

Aber für heute bin ich zu spät dran. Doch Moment mal, ich habe da doch neulich mal was gelesen. Smartphone raus, google sagt: Recup! Das Projekt zu immer wieder befüllbaren Trinkbechern hat auch in Augsburg Partner. Und die Teile sehen zudem auch noch stylisch aus. Könnte auch eine Lösung für mich sein. Und für dich? Alle Partner gibt es hier.

Trinkt euren "coffee to go" aus Mehrwegbechern!
© RECUP

Recup

COFFEE-TO-GO MEHRWEGBECHER

Alle Infos darüber findet ihr unter: https://recup.de/

Vormittags 10.30 Uhr. Ich habe Hunger. Zu früh am Morgen kriege ich noch nichts runter, bis zur Mittagspause halte ich es aber auch nicht mehr aus. Ein Obstsalat als Snack zwischendurch wäre toll. Vielleicht auch eine Butterbreze? Ab zum Supermarkt um die Ecke. Wirklich? Ich denke nach. Obstsalat bedeutet Plastikschüssel mit Plastikgabel. Butterbreze bedeutet Tüte und Serviette. Muss das jetzt sein? Ich beschließe: nein. Ab morgen wird die Brotzeit von zu Hause eingepackt. Und weil ich darüber zuvor so wenig nachgedacht habe, esse ich heute bis mittags einfach einmal nichts. Aus Hunger lernt man. Autsch!

Nachhaltigkeit für dich und mich

Erstmal umdenken 

Mittagspause 13.00 Uhr. Ich habe Hunger, schlimmen Hunger. Gleiches Dilemma wie am Vormittag: Was kann ich mir jetzt gönnen, das nicht automatisch jede Menge Müll verursacht? Eine gute Option: der Stadtmarkt. Hier werden gut und günstig frisch zubereitete Gerichte angeboten, von Hausmannskost über mediterrane Leckereien bis hin zu exotischen Spezialitäten. Mit Mehrweggeschirr und ohne Plastikgabel. Klingt gut. Doch auch hier gilt: Muss es zu jeder Jahreszeit der Erdbeerkuchen zur Nachspeise sein? Und ist der Tomaten-Salat auch in den kalten Monaten in Deutschland wirklich „heimisch“? 

Es ist kaum möglich, sich im oft fremdgesteuerten Alltag komplett durch regionale und saisonale Produkte zu ernähren. Doch wir können es wenigstens versuchen. Und so ganz generell streiche ich jetzt auch Chia-Samen von meinem Einkaufszettel. Denn nachhaltigerer Lebensstil bedeutet auch, die regionalen Ressourcen der Menschen anderer Kontinente zu wertschätzen. Und sich nicht bereits morgens ein Müsli mit einem wertvollen mittelamerikanischen Basislebensmittel zuzubereiten. Denn wie bereits die Großmutter wusste, tun es auch Leinsamen aus direkten Nachbarländern oder gar der Heimat.

Marmeladengläser und Glasflaschen, die perfekte Alternative zur Plastik.
© Unsplash

Nichts ist unmöglich, wenn man nur will

Okay, geschafft – ein halber Tag Nachhaltigkeit.
Fazit: Ich war ein wenig hungriger als sonst. Doch fühle mich nach dem durchdachten Mittagessen schon deutlich besser. Und möchte noch viel mehr über bewussteres Leben und die Möglichkeiten dazu in meiner Stadt erfahren. Doch zuerst geht es zurück ins Büro. Zu einem Meeting über unsere neue Imagebroschüre. Was kann man bei diesem Projekt eigentlich für mehr Umweltbewusstsein tun? Und was sagt mein Chef wohl dazu, wenn ich mich für mehr Fahrgemeinschaften und weniger Parkplätze direkt vor der Tür einsetze? Und ist es in Augsburg eigentlich möglich, ganz ohne Verpackungsmüll einzukaufen? Ich lasse es euch schon bald wissen.