Raus aus Augsburg Friedberg, erzähl uns von dir!

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Ihr wollt raus aus Augsburg aber auch nicht wirklich lange in der Weltgeschichte rumgurken? Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah. Vor 250 Jahren war die Ebene im Osten Augsburgs beinahe unbebaut. Wer mit seiner Kutsche oder zu Fuß den Weg über die Friedberger Straße und über den Lech nahm, musste  Zoll entrichten. Ja richtig gehört, denn hier lag die Grenze zwischen der Freien Reichsstadt Augsburg und dem Herzogtum Bayern. Heute ist das Ganze viel unkomplizierter und natürlich gibt es keine Zollgebühren um uns das hübsche Städtchen auf dem Hügel einmal näher anzusehen. Kommt mit auf eine Reise in die altbayerische Herzogstadt!

Friedberg Richtung Augsburg
Von hier oben habt ihr den Überblick über Augsburg 🙂 Mega schön!

Frieden in Friedberg? Wohl eher nicht!

Der Name Friedberg war eher ein Euphemismus (das Beschönigen der Lage des Städtchens und deren Situation), denn mit Frieden war hier lange nichts: Das Lechfeld und der Lechrain, auf dem Friedberg liegt, waren immer wieder heftig umkämpft. Die kleine Stadt wurde 1257 zur Sicherung der Grenze gegründet und lag mit Burg und Wehrmauer deshalb so erhaben – ungefähr 60 Meter über dem Lechtal.

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Fast alle Türme der Stadtmauer sind noch erhalten geblieben.

Die Grenze ist schon lange verschwunden, wo Augsburg aufhört und Friedberg anfängt ist nicht mehr so leicht auszumachen, denn die Wohnsiedlungen und Industrieanlagen haben die Ebene besetzt. Aber das Städtchen auf dem Hügel hat sich gar nicht so stark verändert. Bis auf die drei Stadttore blieb die Stadtmauer mit fast all ihren Türmen erhalten. Die Altstadt, 300 X 350 Meter groß, kann man entlang der Mauer umrunden und die winzigen Häuschen, die sich scheinbar hinter der Mauer ducken, bewundern.

Friedberg Stadtmauer
Die erhaltene Stadtmauer ist beeindruckend!

Im Westen öffnet sich dann ein weiter Blick über die Lech-Ebene mit den Türmen Augsburgs am Horizont. Ähnlich wie in Augsburg wurde einer der Friedberger Wehrtürme 1604-06 zum Wasserreservoir umgebaut; dafür musste das Wasser der Friedberger Ach den Berg und den Turm hochgepumpt werden, von dort floss es in hölzerne Leitungen unter der Stadt und zu Röhrbrunnen.

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Einer der Friedberger Wehrtürme wurde zum Wasserreservoir umgebaut.

Willkommen im romantischen Zentrum!

Im Zentrum Friedbergs gibt es, wie es sich für eine altbayerische Stadt gehört, einen ‚Marienplatz‘ mit Brunnen und Mariensäule. Das gelbe Rathaus, 1673/74 erbaut, erhebt sich stolz in der Mitte des Platzes. Auf dem Giebel thront ein Turm mit Zwiebelhaube.

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Das gelbe Rathaus ist ein kleines Juwel.

Nicht weit vom Marienplatz ragt die Stadtpfarrkirche St. Jakob empor, die sich in der gemütlich-altbayerischen Kulisse doch wie ein Fremdkörper ausnimmt: 1868 stürzte der immer wieder aufgestockte Turm ein und zerstörte die Kirche. Der heutige Bau wurde 1871-73 von Karl Bernatz neu errichtet. Friedberg wollte jetzt offenbar ein bisschen Italien spielen, denn Bernatz nahm sich S. Zeno in Verona als Vorbild.

Kirche Friedberg
Ein Stück Italien mitten in Friedberg.

Friedberg wird zur Uhrmacherstadt

Wer durch die Stadt läuft und genau aufpasst, wird an einigen Häusern in der Friedberger Altstadt Uhrensymbole entdecken, z.B. am prächtigen Kreitmayrhaus (Uhrmachergasse 2). Hier lebten Uhrmachermeister, um 1790 waren es in Friedberg etwa 70 und damit mehr als doppelt so viele wie in Augsburg. Für Uhrmacher war Friedberg attraktiv, weil sie die strengen Augsburger Zunftregeln umgehen, gleichzeitig aber das Handelsnetz der größeren Stadt nutzen konnten.

Friedberg Gassen
Die schönen Gässchen laden zum Entdecken ein.

Das Wittelsbacher Schloss als Museum und Veranstaltungsort

Zahlreiche Uhren, die in Friedberg hergestellt wurden, könnt ihr im Heimatmuseum bewundern, das im wuchtigen Schloss residiert. Dort sind auch feine Fayencen der berühmten Friedberger Manufaktur, stadtgeschichtliche Objekte und archäologische Funde ausgestellt.

Das Wittelsbacher Schloss Friedberg
Ein Eyecatcher auf dem Hügel: das Wittelsbacher Schloss

Zudem gibt es ein Kabinett, in dem die Druckgrafiken des Künstlers Fritz Schwimbeck (1889-1977) uns in unheimliche Sphären entrücken. Schwimbecks Sammlung von Kuriositäten ist ebenfalls zu sehen. Das Schloss selbst entstand im 13. Jahrhundert und wurde mehrfach umgebaut. Der Innenhof erhielt 1552 Arkaden. 1568-1575 residierte hier Christina von Dänemark als Herzoginwitwe von Mailand und Lothringen. Heute steht das Schloss allen offen, wir können im reizenden Café mit Rosengarten einen Cappuccino schlürfen und etwas Süßes essen…

Das Wittelsbacher Schloss
Schon von außen prächtig anzusehen…

Die barocke Wallfahrtskirche Herrgottsruh – einen Besuch wert!

Wenn ihr dann noch Muse habt, könnt ihr die Ludwig- und Hergottsruhstraße entlang spazieren. Am Stadtrand erhebt sich die wunderschöne Kirche Herrgottsruh. Einst kamen zahlreiche Wallfahrer an diesen Ort, der auf einem Jerusalempilger zurückgeht.

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Ausserhalb der Altstadt aber nah gelegen steht die Wallfahrtskirche.

Als Dank für die Rettung aus türkischer Gefangenschaft, in die er bei der Rückreise vom Heiligen Land geriet, ließ er auf seinem eigenen Acker eine Kapelle errichten. Diese erinnerte an das Heilige Grab. Das Gnadenbild, ein rastender Christus, entstand 1496. An den Wänden und in den Kuppeln aber scheint sich durch die Fresken von Matthäus Günther (1705-88) und Cosmas Damian Asam (1686-1739) der barocke bayerische Himmel aufzutun.

Kirche Friedberg
Auch innen ist die Kirche wirklich einen Besuch wert!

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