Unheimliche Orte und Augsburger Geschichte - Teil I Der Spuk von Theodora

Die rote „Villa“ steht etwas verwunschen an einem kleinen Platz. Eine Idylle, so meint man. Bis letztes Jahr war hier das Architekturmuseum Schwaben untergebracht, wo oft Ausstellungen um Architekten aus Augsburg und Bayerisch Schwaben stattfanden. Aber was ist hinter dieser roten Fassade passiert? Warum gehen Türen von allein auf? Warum hat man das Gefühl, beobachtet zu werden? Warum sind plötzlich Bücher verstellt?

Der Spuk hat einen Namen…..

Das wird wohl, so sagen Personen die es wissen müssen, an Theodora Buchegger liegen. Sie war eine Tochter von Sebastian und Berta Buchegger, die sich hier den Traum von einem stadtnahen Landhaus erfüllten. Sebastian Buchegger dachte aber noch weiter. Er kaufte das sumpfige Areal an der Wertach und realisierte quasi um sein eigenes Refugium herum einen ganzen Stadtteil mit Reihen- und Mehrparteienhäusern und gab ihm den schönen Namen „Einfamilienhäuser-Kolonie“ am Rosenauberg. Klappläden, Sprossenfenster, Erker und Giebel sorgten (und sorgen) für ein „ländliches“ Ambiente.

Obwohl Sebastian Bucheggers Konzept einer Gartenvorstadt voll aufging und sich auch wirtschaftlich für ihn lohnte – im getäfelten Geschäftszimmer im Erdgeschoss ließ er sich die Hausmiete in bar vorbeibringen – prassten er und seine Frau keineswegs. Berta kultivierte einen riesigen Obst- und Gemüsegarten hinter dem Haus, bediente sich dabei schon einmal esoterischen Wissens: Per Pendel soll sie ermittelt haben, an welchen Stellen ihre Nutzpflanzen am besten gedeihen konnte.

Die „Befreiung“ des Ehepaars Buchegger durch das Leben am Stadtrand zeigt sich schon im Habitus: Trugen Berta und Sebastian auf älteren Bildern noch Korsett und Rüschenkleid beziehungsweise Anzug, Hut und gestärkten Kragen, so zeigen spätere Fotos die beiden leger gekleidet. 

Die Geburt des Architekturmuseums

Vier Kinder hatten die Bucheggers: Berta Creszentia (1904-81), Ottmar Daniel Josef (1905-68), Theodora Rosina (1906-82) und Arno Sebastian (1907-92). Sie blieben nach dem Tod der Eltern eine verschworene Gemeinschaft. Da es keine Erben gab, übertrug Arno sein Vermögen samt Villa in eine Stiftung.

Theodoras Geist aber soll die Villa nie verlassen haben und bis heute im Gebäude nach dem Rechten sehen; zwischen Büchern, Plänen und den alten Möbeln der Bucherggers umherstreifen dass es knarzt. Und das ist vielleicht auch gut so. Denn keine Sorge: Sie guckt nur – sie tut nichts Böses.

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